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Kanzleigründung – mit der richtigen Software zum Erfolg?

Digitale Lösungen als Wettbewerbsvorteil

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Autor: Christoph Buluschek , Leiter Account Management und Produktmarketing bei Agenda

Heft 03/2025: Digitalisierungsstrategien

© Foto: Vsl/adobe stock

Der Traum einer eigenen Kanzlei treibt viele Steuerberater an. Selbstständig arbeiten, eigene Mandanten betreuen und die Kanzlei nach persönlichen Vorstellungen gestalten – all das klingt verlockend. Doch zwischen der ersten Idee und der erfolgreichen Umsetzung liegen einige Herausforderungen. Unter anderem: die Wahl des richtigen Kanzleisystems. Worauf Gründer achten sollten? Ein Überblick:

Neugründung oder Übernahme?

Gründen bedeutet nicht unbedingt, bei null auf der grünen Wiese anzufangen. Viele Steuerberater übernehmen eine bestehende Kanzlei. Der Vorteil: Wer eine etablierte Kanzlei kauft, steigt direkt in den laufenden Betrieb ein. Berater profitieren von bestehenden Mandantenstämmen, bereits angemieteten Räumlichkeiten und gut eingearbeiteten Mitarbeitern. Die wirtschaftlichen Kennzahlen liegen offen, sodass sie von Anfang an realistisch kalkulieren. Allerdings bedeutet eine Übernahme, sich an bestehende Systeme und Arbeitsprozesse anzupassen – insbesondere in der Mandantenkommunikation und im Datenaustausch. Und die wohl größte Hürde: Eine etablierte Kanzlei zu kaufen, bringt ein hohes finanzielles Investment mit sich. Gerade das schreckt viele Gründer ab.

Aber auch eine vollständige Neugründung wirft viele Fragen auf. Wie gewinne ich Mandanten? Stelle ich gleich zu Beginn Mitarbeiter ein? Soll ich ein eigenes Büro anmieten oder stelle ich mich zu Beginn vollkommen digital auf und wachse erst mal organisch? Der Vorteil einer Neugründung: Berater bestimmen selbst, wie sie ihre Prozesse gestalten, welche Mandate sie annehmen und mit welchem Kanzleisystem sie arbeiten. So bauen sie sich von Anfang an eine Kanzlei, die perfekt zu ihren Vorstellungen passt.

Die richtige Kanzleisoftware als Erfolgsfaktor

Die Wahl des passenden Kanzleisystems ist eine der wichtigsten Entscheidungen für Gründer. Die Software fungiert als tägliches Werkzeug. Wie effizient und produktiv eine Kanzlei ist, hängt also auch maßgeblich davon ab, wie gut das Kanzleisystem zu ihren Anforderungen passt.

Folgende Auswahlkriterien sollten für Gründer eine Rolle spielen:

Skalierbarkeit: Gründer sind häufig preissensibel und müssen daher auf ihre Kosten achten. Bei ihrer Entscheidung sollten sie sich daher fragen: Besteht die Möglichkeit, dass das Kanzleisystem mitwächst? Ist ein Einstieg mit einem kleinen Mandantenstamm zu niedrigeren Kosten möglich? Und lässt sich sowohl der Funktionsumfang des Kanzleisystems als auch die Kostenstruktur Schritt für Schritt an die Kanzlei-Entwicklung anpassen? Tipp: Anbieter wie Agenda bieten spezielle Gründerangebote.

Kostensensibilität: Apropos Preis. Wer nicht in eine Kostenfalle tappen möchte, sollte darauf achten, dass Upgrades kostenfrei sind. Achtung: Benötigen Kanzleien einen Techniker, um diese einzuspielen, entstehen weitere Kosten.

Funktionsumfang: Die Software sollte alle zentralen Arbeitsbereiche einer Kanzlei abdecken – von der Finanzbuchhaltung über die Lohnabrechnung bis hin zur Steuerberechnung. Ein genauer Blick auf den Funktionsumfang lohnt sich. So stellen Berater sicher, dass sie keine unnötigen Zusatzfunktionen bezahlen. Gründer sollten sich von Beginn an überlegen: Welche Leistungen möchte ich jetzt und in Zukunft anbieten? Beispielsweise Baulöhne? Dann sollte die Software diese Funktionen bereits mitbringen.

Zusammenarbeit mit Mandanten: Für Gründer sollte dieser Punkt eine zentrale Rolle spielen. Welchen Service möchten sie ihren Mandanten bieten? Wie soll die Mandantenkommunikation ablaufen? Die Digitalisierung bietet hier viele Möglichkeiten. Deswegen: Gründer sollten sich daher bereits zu Beginn im Klaren sein, wie sie ihre Mandanten betreuen möchten. Cloudbasierte Plattformen erleichtern den sicheren Austausch von Dokumenten und ermöglichen eine vollkommen digitalisierte Kommunikation mit dem Mandanten. Weiterer Punkt: Das Kanzleisystem sollte über sichere Schnittstellen verfügen, um Daten direkt aus dem Vorerfassungssystem des Klienten zu übernehmen. So vermeiden Kanzleien unnötige Medienbrüche und gewährleisten eine nahtlose Zusammenarbeit.

Ortsunabhängiges Arbeiten: Gerade in der Gründungsphase spielt Flexibilität eine große Rolle. Cloud- und ASP-Lösungen ermöglichen Beratern, von überall aus auf alle relevanten Kanzleidaten zuzugreifen. Mit einer ASP-Lösung erreichen Steuerberater ihr Kanzleisystem komplett remote. Updates und Sicherheitsmaßnahmen übernimmt der Anbieter, sodass sich Steuerberater nicht um technische Aspekte kümmern müssen.

Services über die Software hinaus

Neben klassischen Softwarelösungen unterstützen einige Anbieter mit zusätzlichen Services. Diese erleichtern Gründern den Einstieg. Hierzu zählen unter anderem:

Kompetenter Service: Eine intuitive Benutzeroberfläche ist wichtig, doch guter Support bleibt unerlässlich. Eine kostenlose Hotline mit qualifizierten Steuerfachleuten hilft bei fachlichen sowie technischen Fragen weiter.

Fortbildungsmöglichkeiten: Neben Softwarelösungen bieten Softwarehersteller oft praxisorientierte Schulungsangebote und Fachliteratur. Damit erweitern Kanzleiinhaber und Mitarbeiter ihr Wissen kontinuierlich und sichern sich einen wertvollen Wissensvorsprung.

Kanzleistruktur anpassen: Gründer sollten von Beginn an planen, wie sie ihre Kanzlei aufstellen. Betreuen sie alle Mandate komplett? Bieten sie bestimmte Services wie die Lohnabrechnung erst gar nicht an, sondern fokussieren sich auf lukrative Tätigkeiten wie den Jahresabschluss? All das sollten sie planen. Aber Achtung: Attraktive Mandate fordern häufig ein umfassendes Gesamtpaket. Fehlen Beratern die nötigen Ressourcen, kann es sinnvoll sein, bestimmte Tätigkeiten an einen professionellen Anbieter auszulagern. Administrative und wenig gewinnbringende Aufgaben wie die Lohn- und Gehaltsabrechnung eignen sich hierfür besonders.

Digitale Lösungen als Wettbewerbsvorteil

Die Digitalisierung verändert die Steuerberatungsbranche nachhaltig. Wer frühzeitig in moderne Software investiert, sich mit Automatisierungslösungen vertraut macht und innovative Technologien nutzt, sichert sich entscheidende Wettbewerbsvorteile. Automatisierte Prozesse steigern die Effizienz und schaffen mehr Zeit für die persönliche Beratung der Mandanten – ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg einer Kanzlei.

Fazit

Der Schritt in die Selbstständigkeit als Steuerberater erfordert eine sorgfältige Planung. Eine fundierte Entscheidung zwischen Neugründung und Übernahme, eine durchdachte Kostenstruktur und die Wahl der passenden Software bilden das Fundament für eine erfolgreiche Kanzlei. Digitale Lösungen optimieren Arbeitsabläufe und sorgen dafür, dass Berater effizient und flexibel arbeiten. Wer in moderne Technologien investiert und auf bewährte Softwarelösungen setzt, legt den Grundstein für langfristigen Erfolg und eine starke Marktposition.