
Aus der Praxis für die Praxis: der Plan der Zweigstelle Landshut
Datum:
Heft 02/2026: Veränderung für den Berufsstand
Zweigstellen existieren seit der Gründung des LSWB und sind strukturell in der Satzung verankert. Sie dienten früh der regionalen Versorgung mit Fortbildung und verbandlicher Betreuung. Der Zweigstellenleiter war und ist der erste Ansprechpartner vor Ort.
Zweigstellen spielen für einen Berufsverband wie den LSWB eine zentrale Rolle, weil sie Nähe, Vernetzung und Sichtbarkeit im gesamten Verbandsgebiet schaffen. Sie ermöglichen den direkten Austausch zwischen Mitgliedern und Verband, stellen den schnellen Informationsfluss sicher und stärken das Gemeinschaftsgefühl über regionale Grenzen hinweg.
Gerade in einem Flächenland wie Bayern tragen Zweigstellen dazu bei, die Vielfalt der Kanzleistrukturen abzubilden, regionale Besonderheiten aufzugreifen und Fortbildungs- sowie Beratungsangebote wohnortnah verfügbar zu machen. Zudem dienen sie als wichtige Kommunikations- und Impulszentren, welche die Anliegen der Mitglieder aus unterschiedlichen Regionen bündeln und in die Verbandsarbeit zurückspielen. Damit leisten Zweigstellen einen maßgeblichen Beitrag zur Schlagkraft, Modernität und Zukunftsfähigkeit des gesamten Verbands.
Dies ist natürlich eine strukturelle Überlegung. Zweigstellen auf Seite des Verbandes arbeiten mit den Finanzamtsbeauftragten der Kammern zusammen, um hier das Gespräch mit der Finanzverwaltung zu führen. Auch hier kann die Zusammenarbeit nur aufgrund der regionalen Verbundenheit erfolgen.
Unlängst feierte der Verband seinen 80. Geburtstag. In dieser Zeit sind massive Entwicklungen im Berufsstand vor sich gegangen. Aus heutiger Sicht ist nicht mehr vorstellbar, welche Mühen der Aufbau eines Berufsstandes kostete. Informationen konnten nur „vor Ort“ weitergegeben werden. Gerade bei der Schaffung des Einheitsberufs (Drucksache VI/3456 ist im Internet auffindbar) waren die Kammerversammlungen restlos ausgebucht. Die Initiative der ehrenamtlichen Personen war ein wichtiger Teil des Erfolgs des Berufsstandes und auch des Verbandes.
Trotz des Einsatzes, der auch zu Lasten der Familie ging, wurde der Stab der Zweigstelle auch an die Kinder weitergegeben. Ein Beispiel aus neuerer Zeit ist in Landshut gegeben.
LSWB: Herr Blieninger, Sie haben die Zweigstelle von Ihrem Vater übernommen. Ihr Vater hat gerade sein 75. Lebensjahr vollendet (wir gratulieren ganz herzlich). Sie sind bereits im IT-Ausschuss des LSWB Mitglied. Was hat Sie gereizt, die Leitung der Zweigstelle zu übernehmen?
Die Möglichkeit, die langjährige Aufbauarbeit meines Vaters fortzuführen und gleichzeitig den digitalen Wandel im Berufsstand aktiv mitzugestalten.
Mir gefällt besonders gut der Austausch mit den Kollegen bei den regelmäßigen Treffen und die hochkarätigen Fortbildungen, die in Präsenzveranstaltungen direkt in Landshut stattfinden. Das ist viel wert und sollte erhalten bleiben.
Welche regionalen Besonderheiten liegen vor?
Landshut hat vieles zu bieten. Wir haben eine lebendige Innenstadt, um die uns viele beneiden. Darüber hinaus hat Landshut einfach eine tolle Größe. Die Stadt ist mit dem Radl gut abzufahren. Die Nähe zu München und zum Flughafen ist auch von Vorteil. Wir haben hier die perfekte Balance!
Was planen Sie zur Nachwuchsgewinnung?
Ich zeige dem Nachwuchs, dass die Arbeit in der Steuerkanzlei sehr abwechslungsreich ist. Mein Ziel ist es, durch verstärkte Sichtbarkeit und Vernetzung vor Ort die Attraktivität des steuerberatenden Berufs für die nächste Generation greifbar zu machen.
Vervollständigen Sie: „Erfolg als Zweigstellenleiter heißt für mich …“
… wenn die Mitglieder bei unseren Treffen nicht nur wegen des Freibiers kommen, sondern weil der Austausch echter Mehrwert ist.
Der LSWB wünscht Herrn Blieninger junior für die Zukunft viel Erfolg. Verbandsarbeit ist nicht einfach – es gilt, den Erfolg der vorausgegangenen Generationen zu bewahren. Für die Arbeit unseren besonderen Dank an Herrn Richard Blieninger!
