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Der DATEV Mittelstandsindex liefert Fakten – der Berufsstand liefert Orientierung

Die Schlüsselrolle des steuerberatenden Berufsstands

Datum:

Autor: Robert Mayr 

Heft 03/2026: Gesamtwirtschaftliche Lage

© Foto: DATEV eG

Der Start ins Jahr 2026 ist für die mittelständische Wirtschaft schwach ausgefallen und auch danach entwickeln sich die Umsätze verhalten. Im März sorgen kleine Unternehmen mit zehn bis 49 Mitarbeitenden für leichte Umsatzimpulse. Der DATEV Mittelstandsindex April 2026 zeigt bei ihnen saison- und kalenderbereinigt einen Anstieg im Vorjahresvergleich um 3,5 Prozent. Dagegen verzeichnen Kleinstunternehmen einen Rückgang von 3,8 Prozent. Insgesamt ergibt sich für den Mittelstand gegenüber März 2025 ein Wachstum von 0,2 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat steigt der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex um 1,0 Prozent auf 97,0 Punkte.

Diese aktuellen Zahlen auf Basis der März-Daten zeigen eine Entwicklung, die wir seit Monaten beobachten: In einer insgesamt unausgewogenen Situation mit steigenden Kosten und nur moderaten Umsatzimpulsen bleibt der Spielraum für den Mittelstand – und damit auch für die Mandanten des steuerberatenden Berufsstandes – begrenzt. Das ist keine Erholung, sondern Stillstand unter Druck. Ohne entschlossene Reformsignale bleibt die Rolle des Mittelstands als wirtschaftliches Rückgrat unseres Landes gefährdet.

Ein neuer Blick in den Maschinenraum des Mittelstands

Als wir bei DATEV im September 2024 zum ersten Mal den DATEV Mittelstandsindex veröffentlichten, verfolgten wir ein Ziel: dem deutschen Mittelstand eine datenbasierte Stimme geben. Zum ersten Mal werden dafür anonymisierte und aggregierte Echtdaten aus dem Herzen der kleinsten, kleinen und mittleren ­Unternehmen ausgewertet – nicht Befragungen, keine Stimmungen, sondern Fakten.
Mit dem Mittelstandsindex zeigen wir jeden Monat, wie es den Unternehmen, unseren Mandanten, wirklich geht – und zwar auf Basis einer einzigartigen Datenbasis, die wir für diese Zwecke datenschutzkonform auswerten dürfen:

  • Umsatzdaten von über einer Million ­Unternehmen 
  • Lohnabrechnungen von über acht Millionen Beschäftigten
  • Repräsentativ für 3,1 Millionen Unternehmen, in denen 55 Prozent aller Beschäftigten arbeiten und die 42 Prozent der Bruttowertschöpfung erbringen
  • Daten nah am Entstehungszeitpunkt, direkt aus den Vorsteueranmeldungen und Lohn- und Gehaltsabrechnungen des jeweiligen Vormonats.

Wir als DATEV können damit quasi live in den Maschinenraum des Mittelstands blicken. Mit dem Mittelstandsindex machen wir für die Kategorien Umsatz, Lohn und Beschäftigung transparent, was dort zu sehen ist. Das verstehen wir auch als unseren genossenschaftlichen Auftrag. Unser Gründer Dr. Heinz Sebiger hat vor langer Zeit gesagt: „Die Aufgabe von DATEV ist es, dafür zu sorgen, dass es unseren Mitgliedern morgen besser geht als heute.“ Das gilt auch heute. Steuerberaterinnen und Steuerberater betreuen die kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen, die für 99 Prozent der Unternehmen in Deutschland stehen. Wir haben also ein großes Interesse daran, die Lage des deutschen Mittelstands in den Fokus zu rücken. Deshalb stellen wir die Auswertungen des DATEV Mittelstandsindex öffentlich zur Verfügung.

Die Auswertung der Echtdaten aus über einer Million Unternehmen macht sichtbar, wie stark der Mittelstand unter Druck steht. Der Berufsstand kann ­diese nutzen, um Mandanten vorausschauend zu begleiten.

Mittelstand kann nicht mit der Gesamtwirtschaft mithalten

Die Datenreihen, die wir bis 2018 zurück auswerten können, zeigen: Der Mittelstand wird seit Jahren stärker von Krisen geschüttelt als die Gesamtwirtschaft – ob durch Pandemie, Energiekosten, Lieferkettenprobleme, Demografie, Fachkräftemangel oder Bürokratie. Seit 2022 erkennen wir eine deutliche Entkopplung zwischen gesamtwirtschaftlicher Entwicklung und der Lage der mittelständischen Unternehmen.

Was die Politik oft nur ahnt, spüren Unternehmerinnen und ­Unternehmer jeden Tag – und Steuerberaterinnen und ­Steu­erberater sehen es in den Zahlen: kostenintensive Regulierung, überproportional steigende Löhne, rückläufige ­Umsätze, zunehmende Unsicherheit bei Investitionen. Der Mittelstandsindex macht diese Realität sichtbar. Damit wird er zum Benchmark, Frühwarnsystem und Realitätscheck – für Wirtschaftspolitik, Verwaltung, Unternehmen und den steuerberatenden Berufsstand und dies bis in verschiedene Branchen, Regionen und Größenklassen von Unternehmen hinein. 

Die Schlüsselrolle des steuerberatenden Berufsstands

Die Grundlage des Index entsteht dort, wo die wirtschaftliche Wahrheit abgebildet wird: in den Kanzleien der Steuerberaterinnen und Steuerberater. Sie kennen die Unternehmen, ihre Region, ihre Herausforderungen und ihre Möglichkeiten. Sie sind Sparringspartner, Krisenmanager, Zukunftsbegleiter. Der DATEV Mittelstandsindex stärkt diese Rolle, denn er verbindet subjektive Erfahrung aus der Beratungspraxis mit objektiven, belastbaren, aktuellen Daten aus dem Mittelstand. Deshalb stellen wir unseren Mitgliedern im geschlossenen Bereich der Webseite www.mittelstandsindex.datev.de noch zahlreiche weitere Auswertungen zur Verfügung, die über das hinausgehen, was die Öffentlichkeit sieht. Beraterinnen und Berater können so ihren Mandanten zusätzliche Orientierung bieten – gerade in einer Phase, in der Verunsicherung und Veränderungsdruck besonders hoch sind.

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