Akademie

Fortbildung zum Fachassistent Lohn und Gehalt (FALG)

10-jähriges Fortbildungsjubiläum

Datum:

Autor: Annette Bastigkeit, Fachassistentin Lohn und Gehalt, Dozentin

Heft 06/2025: Entbürokratisierung

Teilnehmer des Lehrgangs in München 

Im Jahr 2014 wurde von den Steuerberaterkammern der Fortbildungslehrgang zum Fachassis­tent Lohn und Gehalt geschaffen, und als ich damals die Bekanntmachung las, war ich sofort Feuer und Flamme. Seit Mitte 2012 ­erledigte ich als Quereinsteigerin die Entgeltabrechnung, ­hatte mir mein Wissen mit Seminaren und „Learning by Doing“ angeeignet und bekam nun die Möglichkeit, endlich einen Nachweis in den Händen zu halten. Da auch meiner Chefin die Bekanntmachung aufgefallen war, konnte ich bereits mit dem ersten Fortbildungsgang im Jahr 2015 starten und sage rückblickend, dass dies eine der besten Entscheidungen meines Lebens war.

Aber zunächst wurde ich sehr geerdet, was mein angeeignetes Wissen anging. Denn als Quereinsteigerin hatte ich mich nie mit den entsprechenden Paragrafen und Richtlinien beschäftigt. Natürlich waren die Grundlagen da und ich konnte diese auch in der Praxis anwenden, aber das reichte nicht, um dieser Fortbildung gerecht zu werden. Das hat mich zunächst verunsichert, dann aber meinen Ehrgeiz geweckt.

Auf Anraten eines Dozenten haben wir eine Facebookgruppe gegründet, um uns über kurze Wege zu vernetzen, Lernstoff durchzugehen und gegebenenfalls auch Probleme aus der Praxis zu besprechen. Ich wurde Admin der Gruppe und diese Funktion begleitet mich bis heute.

Die Zeit der Fortbildung habe ich als spannend, aufregend, und lernintensiv in Erinnerung. Es gab oftmals Diskussionen, die aber durchaus kon­struktiv waren. Mein erster persönlicher Erfolg war, dass ich endlich die richtigen Seiten im „Lexikon für das Lohnbüro“ fand, wenn meine Chefin meinte, ich solle doch dort etwas nachschlagen. Ein Griff und ich hatte, was ich suchte – weil ich endlich die richtigen Fachbegriffe kannte und auch mal um die Ecke denken konnte. Mein Wissen war nun fundiert, ich wurde selbstbewusster im Umgang mit den Mandanten, war in der Lage, Infobriefe zu verfassen, und konnte auch ohne schlechtes Gewissen mal sagen: „Ich würde das noch einmal nachlesen und Ihnen dann die Infor­mationen zukommen lassen.“ Denn wenn ich eines gelernt habe, dann, dass man gerade in der Entgeltabrechnung nie alles wissen kann.

In den vergangenen 10 Jahren ist die Facebookgruppe stark gewachsen. Wir sind bekannt geworden und so konnte ich die jeweiligen Fortbildungsgänge mitverfolgen. Gerne gebe ich den Teilnehmern mit auf den Weg, dass man ihnen das Wissen, das sie sich aneignen, nicht nehmen kann. Auch wenn die Fortbildungsprüfung zunächst abschrecken sollte, so lohnt es sich doch, diesen Weg einzuschlagen. Denn die Fort- und Weiterbildung im Bereich der Entgeltabrechnung ist so wichtig, weil unsere Arbeit entscheidende Konsequenzen für unsere Mandanten und deren Mitarbeiter hat.

Zum FALG-Lehrgang des LSWB: www.lswb-akademie.bayern/falg

Information

Annette Bastigkeit ist in einer Kanzlei in Berlin als Teamassistentin und Entgeltabrechnerin tätig. Seit 2024 arbeitet sie nebenberuflich als Dozentin und wird ab Februar 2026 für den LSWB einmal monatlich die „Entgelt-Mittagsrunde“ durchführen. Hier werden Themen aus der Praxis, wie z. B. „Der Prüfer kommt“ oder Wichtiges zu Aufzeichnungs­pflichten, behandelt.

Die Facebookgruppe ­können Sie hier finden: www.facebook.com