
Klimagespräch mit dem Finanzamt Günzburg
Datum:
Heft 02/2026: Veränderung für den Berufsstand
Kollegen des Finanzamtsbezirks Günzburg folgten am 9. März der Einladung der Steuerberaterkammer München, mit deren Finanzamtsbeauftragten Martina Högel-Stöckle am Klimagespräch teilzunehmen. Ein persönlicher Austausch zwischen Berufskollegen, der stellvertretenden Amtsleiterin Frau Dr. Roller, dem Hauptsachgebietsleiter Herrn Franke sowie zahlreichen Sachgebietsleitern, an dem unser Bundeskammerpräsident Prof. Dr. Hartmut Schwab und Stefan Dreßler, Präsident des LSWB, teilnahmen.
Prof. Dr. Hartmut Schwab berichtete über aktuelle Themen aus Berlin, unter anderem über das umstrittene Thema Fremdbesitzverbot sowie über die Reform der Steuerberaterprüfung.
Seit der erstmaligen schriftlichen Steuerberaterprüfung im Jahr 1967 wurde, als diese Prüfung, die zu den schwersten Prüfungen unter den Berufen zählt, darüber nachgedacht, diese zu reformieren. Es bestünde in manchen Bundesländern bereits die Möglichkeit, diese virtuell zu schreiben. Bis 2028 soll die überarbeitete Prüfungsklausur in Bayern an den Start gehen.
Präsident Stefan Dreßler bemängelte gegenüber dem Finanzamt die nur kurzfristig vorher angekündigte Abschaffung der vierteljährlichen Aufforderungsschreiben für Einkommensteuer- und Körperschaftsteuerzahlungen. Kaum daran zu denken, wie viele Steuerpflichtige diese erstmals ohne vorherige Erinnerung hätten begleichen sollen.
KI und deren Auswirkungen für unseren Berufsstand waren ebenfalls ein Thema des Verbandspräsidenten. Ein Highlight des Verbandes, das KI-Tool TAXMAX, der Passagen der bereits gebuchten Seminare mithilfe der KI bei späterem Abruf bereithält, erstaunte die Kollegen.
Högel-Stöckle berichtete über die aktuelle Situation in den Steuerkanzleien, von leider immer noch nicht abgeschlossenen Corona-Schlussabrechnungen, der sehr zeitraubenden Umstellung zur Digitalisierung und den teilweise umständlichen Prozessen, wenn es um den Austausch mit der Finanzverwaltung geht.
Hauptsachgebietsleiter Franke, Sachgebietsleiterin Frau Kessler und Herr Wührl nahmen ausführlich Stellung zum Risikomanagement, dem RABEn und der BIENE.
Verständnis zeigten die Kollegen für die kaum erkennbare Verlinkung von Belegen auf Seiten der Finanzverwaltung. DATEV liefert dem Berufsstand hier schon eine sehr komfortable Methode der Referenzierung auf Belegen. „Wenn es dann mal auf beiden Seiten läuft, ist das eine tolle Sache“, so die stellvertretende Amtsleiterin Frau Dr. Roller.
Noch nicht überzeugt waren die Berufskollegen von der BIENE (bundeseinheitliche integrierte evolutionäre Neuentwicklung der Erhebung – kurzum gesagt: Einziehen und Verbuchen der Steuern), denn die bisherige Gliederung nach Steuerarten soll künftig in chronologischer Form erfolgen. Bisherige Begriffe wie Sollstellungen und geleistete Zahlungen werden ersetzt durch Steuerkontoauszug und Tilgungen.
Notwendige Verbesserungen wurden an die Finanzverwaltung appelliert, denn bereits am 03.08.2026 wird die BIENE für die Zentralkasse Krumbach abgeschlossen sein. Betroffen davon sind die Finanzämter Nördlingen, Donauwörth, Günzburg, Neu-Ulm, Dillingen, Augsburg Land und Augsburg Stadt. Im Umstellungszeitraum soll die Steuerfestsetzung unterbrochen werden, Lastschriften sollen ausgesetzt werden.
Es war eine gelungene Veranstaltung: Der persönliche Austausch zwischen Kollegen und der Finanzverwaltung sorgte bei Häppchen und Getränken für ein gutes Klima.
