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Mitarbeitergewinnung auf LinkedIn

Warum Ihre Mitarbeiter Ihre beste Werbung sind

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Autor: Celina Krüger, LinkedIn-Trainerin und LSWB-Referentin

Heft 05/2025: Mitarbeitergewinnung

© Foto: mavoimages/adobe stock

Wer heute gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden will, braucht mehr als eine klassische Stellenanzeige. Denn bevor Bewerbungen überhaupt geschrieben werden, passiert etwas anderes: Potenzielle Bewerberinnen und Bewerber recherchieren, was sie über den potenziellen Arbeitgeber im Netz finden.

Sie googeln, klicken, scrollen und machen sich ihr ganz eigenes Bild von der Kanzlei, dem Team, der Arbeitsatmosphäre – und das oft schon Wochen oder Monate, bevor eine Bewerbung konkret wird.

Social Media spielt dabei eine wichtige Rolle, denn dort suchen viele ganz gezielt nach Informationen. Berufliche Plattformen wie LinkedIn spielen dabei eine besonders große Rolle. Hier haben Bewerber die Möglichkeit, nicht nur nach der Kanzlei zu schauen, sondern auch zu recherchieren, wer und was eigentlich hinter der Kanzlei steckt: Wer ist Teil des Teams? Wie ist der Umgangston? Welche Themen sind den Chefs wichtig?

Was im ersten Moment überfordernd klingt, ist Ihre große Chance. Denn in dem Moment, in dem Bewerber diese Informationen über Sie und Ihre Kanzlei finden, baut sich (bereits vorab des ersten Gesprächs) eine Verbindung zu Ihrer Kanzlei auf. Und das ganz ohne großes Werbebudget. Stattdessen benötigen Sie etwas Fleiß und Geduld.

Das Minimum: Ein gepflegtes Unternehmensprofil

Beginnen wir mit dem Fundament. Ein professionelles Unternehmensprofil auf LinkedIn ist heute kein Nice-to-have mehr, sondern absolute Pflicht.

Warum? Weil viele Bewerber über das LinkedIn-Jobportal auf Kanzleien aufmerksam werden und damit auch direkt auf dem Profil landen. Dort sollte auf den ersten Blick sichtbar sein:

  • Wer Sie sind und was Ihre Kanzlei ausmacht,
  • wie man Teil Ihres Teams wird,
  • welche Kultur Sie leben,
  • welche Schwerpunkte Sie setzen.

Das Unternehmensprofil ist im Grunde Ihre digitale Visitenkarte. Es sollte nicht nur technisch vollständig, sondern auch inhaltlich ansprechend gepflegt sein – inklusive regelmäßigem Content, der Einblicke in den Kanzleialltag gibt.

Oft ist hier der Effekt mit geringem Aufwand ziemlich stark. Aber damit hören die Möglichkeiten der Gestaltung Ihrer Arbeitgeber-Attraktivität noch nicht auf.

Der Gamechanger für alle Arbeitgeber: Mitarbeiter als Sprachrohr einsetzen

Die volle Sichtbarkeit und Sympathie gewinnen Sie, wenn Sie nicht nur auf das Kanzlei-Profil setzen, sondern auch die persönlichen Profile der Kanzleileitung und Mitarbeiter aktiv einbinden.

Denn das ehrlichste und überzeugendste Bild Ihrer Kanzlei entsteht durch echte Stimmen und Einblicke aus dem Team. Wie sagt man so schön? Menschen folgen Menschen und nicht Marken. In dem Moment, wo Mitarbeiter anfangen, auf LinkedIn zu erzählen, was ihnen an ihrer Arbeit gefällt, was sie herausfordert, was sie schätzen, entsteht Nähe, Vertrauen und Neugier.

Diese Einbindung der persönlichen Profile der Mitarbeiter nennt man „Corporate Influencing“. Dahinter verbirgt sich die bewusste Positionierung von Mitarbeitern als Markenbotschaftern.

Was im ersten Moment vielleicht erstmal absurd klingt, ist aus Marketingsicht mehr als logisch. Nichts wiegt mehr als eine persönliche Empfehlung – gerade dann, wenn der Markt an Angeboten überlaufen ist und Bewerber die Qual der Wahl haben.

Indem wir unseren Mitarbeitern den Raum geben, von ihrem täglichen Arbeitsalltag zu berichten und authentische Einblicke zu geben, entsteht bei den Lesern und damit den potenziellen Bewerbern ein bestimmtes Gefühl. Nahbarkeit und Neugierde. Gerade dann, wenn Ihre Mitarbeiter über etwas berichten, das dem Bewerber im aktuellen Job fehlt.

Wir als Leser bekommen das Gefühl, das Team schon ein bisschen zu kennen. Die Kanzlei wird plötzlich greifbar und genau das macht den Unterschied. Gerade für potenzielle neue Mitarbeiter, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, aber mit dem Gedanken spielen, sich zu verändern.

Ihre Mitarbeiter können Impulsgeber sein. Oder sogar der Auslöser für eine Bewerbung.

So gelingt der Start mit Corporate Influencern

Sie möchten loslegen? Großartig! Hier finden Sie die ersten Schritte, die Sie dabei durchlaufen sollten:

  1. Mitarbeiter identifizieren und offen ansprechen
    Gibt es Personen im Team, die Lust auf LinkedIn haben? Dann starten Sie mit ihnen. Ideal ist eine kleine Gruppe aus zwei bis drei Personen.
  2. Wissen aufbauen
    Social Media bringt viele Chancen, aber auch Fallstricke. Eine professionelle Schulung oder Begleitung hilft, Unsicherheiten zu nehmen und Klarheit zu schaffen: Was darf ich posten? Und womit könnte ich der Kanzlei eher schaden?
  3. Regeln und Rahmen schaffen
    Definieren Sie klare Leitplanken. Zum Beispiel:
    • Wie viel Zeit darf in der Arbeitszeit für LinkedIn genutzt werden?
    • Wer darf worüber sprechen?
    • Wie wird mit kritischen Kommentaren umgegangen?
  4. Übergänge mitdenken
    Was passiert mit dem LinkedIn-Profil, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen? Regeln Sie das am besten, solange Sie sich noch gut verstehen – ähnlich wie beim Ehevertrag.

Erst aufräumen, dann posten

Ein häufiger Fehler: Es wird direkt losgepostet – ohne Strategie und ohne klares Ziel. Dabei lohnt es sich, zuerst innezuhalten und die Profile zu optimieren. Egal ob Unternehmensprofil oder persönliche Profile – überlegen Sie zuerst:

  • Wen möchten Sie erreichen?
  • Was möchten Sie über sich zeigen?
  • Was sollten Bewerber unbedingt über Sie wissen?

Dann gilt: Profil aufräumen, optimieren und erst danach mit dem Posten starten. Denn wenn ein potenzieller Bewerber Ihr Profil besucht, sollte dort klar erkennbar sein: Hier lohnt es sich, Teil des Teams zu werden. Außerdem sollte der Bewerber direkt alle wichtigen Informationen, wie den Link zum Bewerbungsportal, finden.

Fazit: Ihre Mitarbeiter sind Ihre stärkste Werbebotschaft

Die Suche nach neuen Mitarbeitern wird sich weiter verändern. Menschen möchten heute spüren, wohin sie passen. Und sie entscheiden sich für genau diese Kanzleien, bei denen sie das Gefühl haben, dass es passt.

Probieren Sie es am besten einfach mal aus und schauen Sie vielleicht auch mal bei den Kanzleien vorbei, die bereits längere Zeit aktiv sind. Ich bin mir sicher, Sie werden sehen, welches Potenzial hinter der LinkedIn-Nutzung steckt.

Information

Celina Krüger ist LinkedIn-Trainerin und Gründerin von „lina.“, der Akademie für Sichtbarkeit für Kanzleien. Mit ihrer Erfahrung aus zahlreichen Trainings, Coachings und Webinaren unterstützt sie Kanzleien dabei, sich authentisch, strategisch und erfolgreich auf LinkedIn zu positionieren.

Die Seminare von Celina Krüger beim LSWB finden Sie hier: www.lswb-akademie.bayern/krueger